Lesestoff #1

 

"Da haben wir es.
Dummheit in ihrer reinsten Form....
Unsere Füße baumeln.
Ich betrachte sie und dann betrachte ich die Jeans auf Audreys Beinen.
Wir sitzen jetzt einfach nur da.
Audrey und ich.
Und das Unbehagen.
Eingezwängt zwischen uns.
Dann sagt sie: "Du bist mein bester Freund."
"Ich weiß"
Mit solchen Worten kann man einen Mann umbringen.
Ohne Waffe.
Ohne Kugel.
Nur fünf Worte und ein Mädchen."  

-Markus Zusak - Der Joker-

Kleine Momente KW#32

  • Urlaubsplanereien, die langsam Form annehmen
  • positiver Stress und Zeitdruck auf Arbeit
  • auf Englisch telefonieren/ lesen/ schreiben
  • Livemusik im Freien an einem lauen Abend
  • eine Postkarte im eigenen Briefkasten finden
  • Riesenrad fahren und Kräppelchen essen
  • selbst mit dem Auto fahren und dabei jeden Ton der Musik genießen
  • über Mädchencocktails grinsen und selbst einen Vodka-Fizz trinken
  • Brillen ausprobieren
  • ein spontanes Tiefgaragengespräch über Negerküsse
  • gemeinsames Essen und Spiele in der WG-Küche
  • nächtliche Telefonate und schöne SMS
  • Schnitzelmassaker zu Elft
  • positive Bewerbungsreaktionen
  • Zufallstreffen mit dem Chef der ehemaligen Stammkneipe
  • Stunden mit Buch und Menschenkino im Starbucks

Pawlow'sche Musik

Es gibt diese Lieder, die uns immer an eine bestimmte Person, oder ein bestimmtes Erlebnis denken lassen. Sie sind die Hintergrundmusik für den ersten Kuss gewesen, die Begleitung an einem besonderen Abend, der aktuelle Ohrwurm im Urlaub mit Freunden oder der Soundtrack zum Liebeskummer. Sind diese besonderen Momente erst einmal mit der Musik verknüpft, ist es nahezu unmöglich beides wieder voneinander zu trennen.

Noch viel stärker ist jedoch Musik, die man mit etwas anderem verbindet: Die wir nachts im Auto - bei offenem Fenster und dem Fahrtwind entgegen - so laut stellen, dass wir sie nicht nur mitsingen, sondern mitschreien müssen, um unsere Stimme noch zu hören. Stücke, die wir in der Endlosschleife spielen und für die wir gerne eine Autobahnausfahrt verpassen, nur um noch ein wenig mit ihnen alleine zu sein. Es sind jene Songs, die für eine ganz bestimmte Entscheidung und dadurch gleichzeitig für eine bewusste Veränderung stehen!

Irgendwann funktionieren diese Tonspuren schließlich wie die Glocke beim Pawlow'schen Reflex: Bereits bei den ersten Akkorden ist das Gefühl wieder da, welches wir in der Zeit hatten, als wir sie immer und immer wieder gehört haben. Doch es geht auch andersherum - manchmal kehren bestimmte Songs mit Absicht zurück, weil wir genau diese damit assoziierte Entscheidung noch einmal treffen...


Vor fast genau einem Jahr war das mein Soundtrack. Jetzt ist er wieder da und bringt Vorfreude mit.

Kleine Momente KW#31

  • eine zurückgekehrte beste Freundin, die tut, was nur beste Freundinnen können
  • mitten in der Nacht nach Hause hüpfen, weil der Shufflemodus es gut mit uns meint
  • ein Buch lesend/verschlingend auf dem Balkon sitzen
  • lautstarke Gewitter mit ganz viel Regen - bis man nass ist
  • WG-Feeling mit dem kochenden Mitbewohner
  • spontane Gespräche mit der Buchhändlerin und dem Kaffeeverkäufer
  • Heidelbeertörtchen im Elternhaus
  • liebe Mailboxnachrichten empfangen
  • neue Musik entdecken
  • im Männer-T-Shirt einschlafen
  • Hilfe von einem Freund, die man niemals erbeten hätte, aber dennoch bekommt
  • sich im Kinofilm verlieren und den Rest der Welt aussperren
  • Schuhkaufberatung auf einige Kilometer Entfernung per MMS

Euphorie.

Zweifelsohne gehört es zu den spannendsten und interessantesten Dingen im Leben einen neuen Menschen kennen zu lernen!

Damit meine ich nicht die flüchtigen Bekanntschaften, die wir immer wieder machen, oder Menschen, die wir aufgrund von "äußeren Umständen" - gemeinsame/s Freunde, Wohnen, Arbeiten, Familie - in unser Leben aufnehmen. Die Rede ist von einer Person, die wir treffen und dann voller Neugier und Begeisterung erforschen wollen. Was treibt sie an? Was beschäftigt sie? Was bringt sie zur Weißglut und wie kommen wir miteinander aus?

Diese Phase des gegenseitigen Erforschens lässt uns regelrecht euphorisch werden, wenn sie auf Gegenliebe stößt: Da werden nächtliche SMS ausgetauscht, die Stunden am Telefon nicht gezählt, Geständnisse gemacht und manche Fotos nur geschossen, um sie dem jeweils anderem zu zeigen. Bei jeder Nachricht taucht dieses kurze Kribbeln auf, welches sich nur wenig später in ein breites, glückliches Grinsen verwandelt. Man versucht den anderen aus der Reserve zu locken, noch besser kennen zu lernen und einen Blick hinter die Fassade zu werfen. Mauern werden langsam abgebaut und mit jedem abgetragenem Stein eröffnet sich ein neuer Blick auf das Gegenüber, den es zu erfassen gilt. Vertrauen entsteht.

Diese Zeit kann fast alles sein: Der Beginn von etwas Neuem, manchmal auch schon fast wieder das Ende davon, aber nie langweilig. Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, wenn man mittendrin steckt und ein weniger schönes, wenn man diese Zeit wieder verliert, denn auch das passiert und es passiert oft.


Im Idealfall kehrt dieses Gefühl - diese Euphorie - diese Zeit jedoch immer wieder zurück. Bei dem gleichen Menschen.

Wasserspiele.

Regen

And there's a shadow in the sky , and it looks like rain....

Wasser ist zweifelsohne mein Lieblingselement: Schwimmen konnte ich eher als Fahrrad fahren, mit mehr als dem kleinen 1x1 rechnen und die 16 Bundesländer Deutschlands auswendig aufsagen. Ich erinnere mich, dass ich stundenlang in der Badewanne sitzen und das Wasser von einem Gefäß ins nächste kleine Fläschchen und wieder zurück gießen konnte. Das Spielzeug lasse ich zwar inzwischen weg, aber im warmen Wasser liegen und den Tag beschließen, ist trotzdem noch eine schöne Beschäftigung zum Feierabend. Den Temperaturregler stelle ich dabei auf 50°C, wobei ich nie glaube, dass es tatsächlich so heiß ist. Kaltes Wasser dagegen ist optimal zum Mit-den-Füßen-planschen während des Sommers.

Wenn ich Wasser sehe, kann ich oft meinen Blick kaum davon abwenden - das gilt für Mineralwasser im Glas genauso wie für prächtige Wasserfälle. Ich liebe das Meer und das Baden im See und ich mag den Regen: Heftiger, lauter, unaufhörlicher Regen. Schon allein der Geruch von frischem Regen, gepaart mit dem Teer der Straßen, oder dem Gras der Wiesen, ist es wert die Fenster aufzureißen, wenn man nicht selbst im Freien steht/ geht.

Das Geräusch jedoch - rhythmisches Prasseln, gleichmäßiges Schütten, gläsernes Klackern - ist in den passenden Momenten die schönste Hintergrundmusik für einen Abend zu Zweit, mindestens aber der absolute Garant für einen wunderbaren Schlaf.

Nachhilfe bei Mr. E.

Es gibt Menschen, auf die passt einfach diese altmodische Bezeichnung "Sonnenschein": Immer ein Lächeln auf den Lippen, immer zu Scherzen aufgelegt, immer wahnsinnig offen, in Feierlaune, hoffnungslos optimistisch und hilfsbereit. E. ist so ein Mensch. Zu behaupten, E. und ich wären enge Freunde, wäre glatt gelogen. Wir haben zusammen studiert, zufällig auch noch die gleichen Vertiefungsrichtungen gewählt und daher auch an gemeinsamen Projekten gearbeitet. Darüberhinaus verband uns das gemeinsame Bundesland.

E. brachte mich zur Weißglut, wenn er seine Kommilitonen in den stressigsten Situation noch auf den Arm nahm, mit Restalkohol im Blut zu den Projektsitzungen erschien oder in ernsten Momenten einen Witz nach dem anderen riss. Mit seinem puren Optimismus eckte er bei mir, der Pessimistin, oft an. Genauso aber, habe ich E. wahnsinnig für diese Dinge gemocht. Immer war er derjenige, der mich trotz Umweg bis vor die Haustür, oder zum Bahnhof gefahren hat, der in kritischen Situationen den Kopf nicht verlor, zu unsittlichen Zeiten noch schnell die Kopien im Copyshop abholte, mich mit Fieber und auf wackligen Beinen zum Arzt brachte und seine Kommilitonen mitten in der Nacht von der Party mal eben zum nächsten Fastfood-Restaurant fuhr, weil die Mädels alle Heißhunger verspürten. Auf E. war Verlass.

Aber auch bei E. war nicht immer eitel Sonnenschein, wie man in langen Gesprächen während Wanderungen und Autofahrten mitbekam. Trotzdem bewahrte er sich immer seine gute Laune und bewies Ausdauer beim Erreichen seiner Ziele.

Warum ich gerade jetzt das alles aufschreibe? Bis zu dieser Woche hatte ich schon eine ganze Weile nichts mehr von E. gehört - im Praktikum war jeder mit sich selbst beschäftigt. Neulich aber machte er seinem Ruf mal wieder alle Ehre als ich ihm von den aktuellen Entwicklungen berichtete: Seine Antwort, in Form dieses Videos, brachte mich unweigerlich zum Lachen ;-)